Online-Medien und Werbung

Thursday, December 02, 2004

Ungestörtes Lesen: Die Netzeitung gibt es auch ohne Werbung

Ende Juni 2002 hat die Netzeitung ein besonderes Service für ihre Leser eingeführt: Unter dem Namen „myNZ“ kann man sich gegen monatliche Bezahlung von sieben Euro (bzw. bei Halbjahresabo fünf Euro pro Monat) seine „eigene“ Netzeitung zusammenstellen.

Man kann zum Beispiel die Startseite personalisieren, dass heißt, man wählt die Themen, die einem am meisten zusagen auf die Titelseite. Des weiteren gehört zum Service, dass die personalisierte Netzeitung bei Bedarf an die eigene Mailbox gesendet wird, und so einfach ausgedruckt und mitgenommen werden kann. In den Nachrichten-Agenten kann man Themen eingeben, die einen besonders interessieren. Er sucht dann automatisch nach Informationen und Meldungen dazu. Sobald es wichtige Neuigkeiten gibt, informieren Eilmeldungen automatisch per e-mail. Unter jedem Artikel steht außerdem ein link „später lesen“, so kann man Artikel sammeln und sein persönliches Lesepaket zusammenstellen.

Und das ganze ohne Werbung. So soll nicht mehr von redaktionellen Inhalten abgelenkt und die Ladezeiten verbessert werden. Interessierte können myNZ übrigens zwei Wochen lang
gratis testen.

Onlinejournalismus.de hat Michael Maier, den Chef-Redakteur der Netzeitung, im Jänner 2003 interviewt. Unter anderem ging es um die Personalisierung „myNZ“. Nachfolgend ein Ausschnitt, das gesamte Interview gibt’s hier zu lesen.

Tagesaktuelle Nachrichten sind bei der Netzeitung kostenlos zu lesen. Seit Ende Juni 2002 setzen Sie allerdings auf ein zusätzliches Abo-Modell. Sie werben damit, dass es werbefrei ist und nur fünf Euro im Monat kostet. Wie erfolgreich sind Sie damit?

Wir sind sehr zufrieden. Die ersten Ergebnisse liegen genau dort, wo wir sie erwartet haben. Natürlich braucht so etwas eine gezielte Vermarktung. Wir haben uns an solche Gruppen gewandt, für die dieser Dienst interessant sein kann.
Ich halte unseren Abo-Service für ein sehr elegantes Modell, das wir – zu unserem großen Vorteil – zu Grenzkosten produzieren können. Zum Vergleich: Bei einer Zeitung erzeugt jeder neue Abonnent Kosten für Papier, Druck und Vertrieb. Unsere Abonnenten erzeugen keinerlei zusätzliche Kosten. Daher können wir mit einem sehr kleinen Abonnentenstamm schon eine sehr große Wirkung erreichen.


Dieser Stamm darf aber auch nicht zu groß werden. Das Argument für Ihr Modell ist Werbefreiheit. Bei einer Zeitung hingegen abonniert der Kunde die Werbung gleich mit. Sie müssen sich entscheiden: Einnahmen durch Werbung oder Einnahmen durch Abonnenten.

Wir haben es in Deutschland mit einem großen Markt zu tun. Allein zehntausend Abonnenten würden uns einen signifikanten Teil unserer Revenues bringen – und trotzdem steht uns noch der gesamte Markt der deutschsprachigen Internet-Surfer zur Verfügung. Ob von unseren 500.000 Lesern 10.000 oder 20.000 Abonnenten werden, spielt für unsere generelle Reichweite keine Rolle. (Quelle: onlinejournalismus.de)

Unsere PS-Kollegen, die den Weblog namens „my paper“ führen, beschäftigen sich ausführlicher mit dem Thema Personalisierung von Inhalten. Dabei sind sie auf eine Studie gestoßen, die dem ganzen etwas kritisch entgegensieht.

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